Hier stehen Erklärungen zu den Begriffen, die in unseren Anleitungen vorkommen. Jeder Eintrag hat eine Ein-Satz-Erklärung, ein Beispiel und den Hinweis, wofür Sie den Begriff gerade brauchen. Rechtliche Definitionen entsprechen dem aktuell geprüften Stand; verbindlich ist allein der Gesetzestext.
Alltagskompetenz
Alltagskompetenz ist ein Begriff aus älteren Materialien und keine aktuelle Einstufung. Verwenden Sie ihn nicht für Anträge.
Beispiel: Der Begriff taucht in älteren Unterlagen auf, wird heute aber nicht mehr als Grundlage für Leistungen verwendet.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu wissen, dass dieser Begriff veraltet ist und ich ihn nicht für Anträge verwenden sollte.
Begutachtung
Die Begutachtung ist ein Besichtigungstermin zur Einstufung, bei dem der Alltag besprochen wird.
Beispiel: Beim Termin zu Hause schildert man, wie der Alltag aussieht, damit die Einstufung zur Situation passt.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu wissen, was bei dem Termin passiert und wie ich mich darauf vorbereiten kann.
Beratungsbesuch
Der Beratungsbesuch ist ein persönlicher Besuch in der Wohnung rund um die Pflege.
Beispiel: Eine Fachkraft kommt nach Hause, schaut sich die Lage an und bespricht, wie Pflege und Entlastung besser klappen können.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu wissen, dass ich einen Besuch anfragen kann, wenn ich Rat vor Ort in der Wohnung möchte.
Eigenanteil
Der Eigenanteil ist der Teil der Kosten, den die versicherte Person selbst trägt.
Beispiel: Wenn eine Einrichtung mehr kostet, als die Pflegekasse übernimmt, bleibt ein Betrag, den die Person selbst zahlt.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu wissen, welcher Teil der Kosten auf mich zukommt und woran ich denken muss.
Entlastungsbetrag
Der Entlastungsbetrag ist ein fester Jahresbetrag für niedrigschwellige Entlastung im Alltag.
Beispiel: Damit lassen sich Angebote wie eine Haushaltshilfe oder eine Betreuungsgruppe anteilig bezahlen.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu wissen, wofür ich den Jahresbetrag nutzen kann, um mich selbst zu entlasten.
Hilfe zur Pflege
Hilfe zur Pflege ist eine mögliche Unterstützung der Sozialhilfe, wenn das Einkommen nicht reicht.
Beispiel: Wenn die eigenen Mittel nicht ausreichen, wird ein Antrag auf Hilfe zur Pflege geprüft; ein Anspruch besteht nicht automatisch.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu wissen, dass es eine weitere Unterstützung geben kann, wenn die Leistungen der Pflegekasse nicht ausreichen.
Kombinationsleistung
Die Kombinationsleistung ist eine Mischung aus Pflegegeld und Pflegesachleistung.
Beispiel: Man kann anteilig Geld für die eigene Pflege und anteilig Unterstützung durch einen Pflegedienst erhalten.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu wissen, ob ich beide Leistungsarten miteinander verbinden kann.
Kurzzeitpflege
Die Kurzzeitpflege ist eine vollstationäre Aufnahme für einige Wochen, wenn zu Hause keine Versorgung möglich ist.
Beispiel: Nach einem Krankenhausaufenthalt oder wenn die Pflege zu Hause kurz nicht klappt, wohnt die Person vorübergehend in einer Einrichtung.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu wissen, wo die Person vorübergehend versorgt wird, wenn ich nicht kann oder die Versorgung nicht reicht.
Leistungsbescheid
Der Leistungsbescheid ist die schriftliche Entscheidung der Pflegekasse über die Leistungen.
Beispiel: Darin steht, welcher Pflegegrad zuerkannt wurde und welche Leistungen die unterstützte Person bekommt.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu wissen, was die Pflegekasse bewilligt hat und worauf ich mich verlassen kann.
Medizinischer Dienst
Der Medizinische Dienst ist die Prüfstelle, die im Auftrag der Pflegekasse die Begutachtung durchführt.
Beispiel: Den Termin zur Einstufung macht eine Gutachterin oder ein Gutachter des Medizinischen Dienstes.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu verstehen, wer die Begutachtung durchführt und warum diese Stelle die Entscheidung vorbereitet.
Pflegebedürftigkeit
Pflegebedürftigkeit ist der gesetzliche Begriff für die Lage, in der der Alltag nicht mehr allein bewältigt wird.
Beispiel: Wenn der Alltag etwa wegen zunehmender Einschränkungen allein nicht mehr gelingt, spricht man von Pflegebedürftigkeit.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu erkennen, ob ein Antrag auf Pflegeleistungen überhaupt infrage kommt.
Pflegeberatung
Die Pflegeberatung ist eine gesetzlich vorgesehene Beratung zu Leistungen und Alltag, die unabhängig nutzbar ist.
Beispiel: Man kann sich zu Leistungen, zur Antragstellung und zur Organisation der Pflege beraten lassen, ohne einen Vertrag abschließen zu müssen.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu erfahren, welche Leistungen passen und wie ich sie beantrage.
Pflegedienst
Der Pflegedienst ist ein Anbieter ambulanter Pflege, der Leistungen zu Hause erbringt.
Beispiel: Ein Pflegedienst kommt regelmäßig ins Haus und unterstützt etwa bei der Körperpflege oder beim Anziehen.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu wissen, an wen ich mich wende, wenn ich professionelle Pflege zu Hause organisieren möchte.
Pflegegeld
Das Pflegegeld ist ein monatlicher Geldbetrag der Pflegekasse für Pflege, die die Angehörigen selbst organisieren.
Beispiel: Wenn die Familie die Pflege zu Hause übernimmt, erhält die unterstützte Person einen monatlichen Betrag aufs Konto.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu wissen, welche Leistung ich bekomme, wenn wir die Pflege selbst machen.
Pflegegrad
Der Pflegegrad ist eine Einteilung von 1 bis 5, wobei eine höhere Zahl mehr Unterstützung im Alltag bedeutet.
Beispiel: Nach der Begutachtung steht auf dem Bescheid, in welchen Pflegegrad die unterstützte Person eingestuft wurde.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu verstehen, wie viel Unterstützung zugesprochen wurde und welche Leistungen dazu passen.
Pflegeheim
Ein Pflegeheim ist eine vollstationäre Einrichtung mit Pflege und Unterkunft.
Beispiel: Wenn die Versorgung zu Hause nicht mehr möglich ist, kann die Person dort dauerhaft wohnen und gepflegt werden.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu wissen, welche Einrichtung als vollstationäre Versorgung infrage kommt.
Pflegehilfsmittel
Pflegehilfsmittel sind Gegenstände, die die Pflege erleichtern.
Beispiel: Dazu zählen etwa ein Pflegebett oder ein Seitenaufrichter, die den Alltag zu Hause erleichtern.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu wissen, welche Gegenstände die Pflege erleichtern und dass es dafür eine Leistung der Pflegekasse gibt.
Pflegekasse
Die Pflegekasse ist die Stelle, bei der die Krankenkasse der unterstützten Person die Pflegeversicherung verwaltet.
Beispiel: Wenn ein Angehöriger Pflege braucht, stellt man den Antrag bei dessen Pflegekasse.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu wissen, bei welcher Stelle ich den Antrag stelle und wo ich die Leistungen bekomme.
Pflegeperson
Die Pflegeperson ist die Person, die die Pflege praktisch übernimmt, oft ein Angehöriger.
Beispiel: Meist ist es ein Ehepartner, ein Kind oder ein Nachbar, der im Alltag hilft.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu wissen, dass auch die pflegende Person Unterstützung und Entlastung bekommen kann.
Pflegesachleistung
Die Pflegesachleistung ist eine Leistung in Form bezahlter Pflege durch einen anerkannten Pflegedienst.
Beispiel: Statt eines Geldbetrags erhält man Pflegeeinsätze, die ein Pflegedienst bei der Person zu Hause durchführt.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu wissen, was ich bekomme, wenn ich Unterstützung durch professionelle Pflege möchte.
Tagespflege
Die Tagespflege ist eine Betreuung tagsüber in einer Einrichtung.
Beispiel: Die unterstützte Person wird vormittags abgeholt und verbringt den Tag dort, abends ist sie wieder zu Hause.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu wissen, wie ich tagsüber entlastet werde, während die Person gut betreut ist.
technisches Pflegehilfsmittel
Ein technisches Pflegehilfsmittel ist ein Hilfsmittel mit Technikfunktion, das die Pflege erleichtert.
Beispiel: Ein Pflegebett mit verstellbarer Höhe oder ein Lifter, der beim Aufstehen hilft, zählt dazu.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu wissen, welche Hilfsmittel mit Technik es gibt und dass diese gesondert betrachtet werden.
Verbrauchsprodukte
Verbrauchsprodukte sind kurzlebige Materialien, die in der Pflege regelmäßig aufgebraucht werden.
Beispiel: Einlagen, Handschuhe oder Unterlagen sind meist nach einmaliger Benutzung verbraucht.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu wissen, dass es dafür einen eigenen Prüfpunkt gibt und ich klären muss, ob und wie sie erstattet werden.
Verhinderungspflege
Die Verhinderungspflege ist eine zeitweise Ersatzpflege, wenn die pflegende Person verhindert ist.
Beispiel: Wenn man selbst im Urlaub oder krank ist, übernimmt für diese Zeit eine Ersatzpflege die Versorgung.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu wissen, wie die Pflege weiterläuft, wenn ich für eine Weile ausfalle.
Widerspruch
Der Widerspruch ist ein formloser Einspruch gegen einen Bescheid.
Beispiel: Wenn man nicht einverstanden ist, kann man schriftlich widersprechen; die Frist dafür steht im Bescheid.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu wissen, dass ich eine Entscheidung anfechten kann und dass ich die Frist im Bescheid finde.
wohnumfeldverbessernde Maßnahme
Eine wohnumfeldverbessernde Maßnahme ist ein Umbau oder eine Ausstattung in der Wohnung, die die Pflege zu Hause erleichtert.
Beispiel: Ein barrierefreier Umbau des Badezimmers oder andere Anpassungen, die den Alltag sicherer machen, zählen dazu.
Wofür brauche ich das gerade? Ich brauche das, um zu wissen, dass ich solche Umbauten vorher mit der Kasse klären sollte, bevor ich sie bezahle.