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Zwei Personen bereiten das Aufstehen neben einem stabilen Stuhl vor.
Ratgeber

Sicher aufstehen und umsetzen: Vorher klären

Drei Prüfungen vor der Bewegung: Einwilligung, Umgebung, Kräfte.

Redaktion pflege besser konkret8. September 2026

Thema: AlltagLesezeit: ca. 5 Min.Checkliste: vorhandenPrüfung: fachlich geprüftStand: 8. September 2026

Beim Aufstehen hilft kein allgemeiner Trick. Entscheidend ist, ob die Person heute mitmacht, ob der Weg frei ist und ob Sie die Bewegung sicher begleiten können. Prüfen Sie diese drei Dinge, bevor Sie der Person körperlich helfen oder sie allein auffordern aufzustehen.

Jetzt

Sagen Sie der Person, was als Nächstes passiert, und fragen Sie, ob sie bereit ist. Prüfen Sie dabei, ob beide Füße Bodenkontakt haben, ob die Bremsen angezogen sind und ob der Weg frei ist. Wenn ein Punkt unsicher ist, unterbrechen Sie und holen Sie eine Einweisung.

Einwilligung und Verständigung

Aufstehen, Umsetzen und Aufrichten betreffen den Körper einer anderen Person. Erklären Sie kurz, was als Nächstes geschieht, nehmen Sie Blickkontakt auf und warten Sie die Antwort ab. Entscheiden Sie nicht über den Körper hinweg, auch wenn es eilt.

Wenn die Person nicht antwortet oder nur zögert, dann fragen Sie nach, was gerade unsicher ist. Eine überraschte Bewegung erzeugt oft Gegenspannung, und Gegenspannung macht eine gemeinsame Bewegung mühsamer und unberechenbarer.

Eine Person, die sich verstanden fühlt, lässt sich eher anleiten. Kurze verständliche Sätze sind dabei hilfreicher als eine lange Erklärung. Sie sagen, was gleich geschieht, und lassen der Antwort Zeit. So bleibt die Entscheidung bei der Person.

Wenn die Person laut oder aufgebracht ist, dann verschieben Sie den Moment. Eine Erregung ist kein willkommener Moment für eine stabilisierende Bewegung, sondern ein Zeichen, dass die Planung noch nicht trägt. Warten Sie, bis sich die Lage beruhigt hat, und klären Sie dann, was die Person wirklich braucht.

Umgebung

Prüfen Sie vor der Bewegung, welche Höhe Bett und Stuhl haben, ob die Bremsen angezogen sind, ob genug Licht da ist und ob der Boden frei liegt. Auch die Pflegehilfsmittel, die genutzt werden, und der Zielpunkt gehören zur Prüfung.

Wenn eine dieser Bedingungen nicht stimmt, dann ändern Sie zuerst die Umgebung. Noch kein Grund, die Person zu bewegen. Eine zu hohe Sitzfläche, ein bremsbereiter Rollstuhl und ein freier Weg nehmen der Bewegung viel Unsicherheit.

Beleuchten Sie den Weg von der Sitzfläche zum Ziel. Liegt auf dem Boden etwas, das dazwischenstehen könnte, dann räumen Sie es weg, bevor Sie beginnen. Auch die Frage, ob Schuhe sicher sitzen, gehört zur Vorbereitung und nicht erst zur Bewegung.

Empfehlen Sie keine improvisierten Haltegriffe, etwa an Möbeln, Türrahmen oder Wänden. Ob ein fester Griff trägt und wo er hingehört, zeigt Ihnen eine Pflegeperson bei der Einweisung. Wenn Sie nicht einschätzen können, ob eine Haltemöglichkeit trägt, dann lassen Sie sich diese zeigen, bevor Sie sich darauf verlassen.

Kräfte und Belastbarkeit

Benennen Sie die Signale, bei denen eine Bewegung nicht in Frage kommt: Schwindel, Schmerzen, Luftnot, neue Schwäche und Benommenheit. Auch plötzliche Müdigkeit am Abend kann ein solches Signal sein. Diese Zeichen sind Hinweise, keine Kleinigkeit.

Wenn die Person heute eines dieser Zeichen nennt, dann ist der Zeitpunkt nicht günstig. Verschieben Sie die Bewegung und besprechen Sie das Vorgehen. Ob an einem Tag Bewegung hilft oder schadet, beurteilt nicht der Alltag, sondern die fachlich prüfende Stelle.

Wenn die Zeichen neu oder stark sind, dann fragen Sie, ob eine ärztliche oder pflegefachliche Abklärung nötig ist. Auch eine plötzliche Zunahme der Schwäche innerhalb weniger Tage gehört in ein Fachgespräch.

Die Einschätzung der Belastbarkeit ist keine Mutprobe. Sie vergleichen nicht, was gestern oder letzte Woche möglich war, sondern was heute geht. Ein Tag kann anders aussehen als der vorherige, und das ist in Ordnung.

Bewegung begleiten

Die Begleitung folgt nur allgemeinen Sicherheitsprinzipien: erklären, freie Wege, keine Verrenkungen, kein Ziehen. Die konkrete Technik zeigt eine Pflegefachperson. Ein Video ersetzt diese Einweisung nicht, weil es Ihren Körper und den der Person nicht kennt.

Wenn die Person während einer Bewegung nachgibt oder unvermittelt in sich zusammensinkt, dann stabilisieren Sie nichts selbst. Halten Sie an und rufen Sie Hilfe.

Wenn die Person an einer Stelle sitzt, die zu hoch, zu weich oder zu nah an einer Kante ist, dann suchen Sie eine besser geeignete Gelegenheit und fragen Sie nach Anleitung.

Sie tragen niemanden, und Sie müssen niemanden abstützen. Ihre Aufgabe ist die Vorbereitung, das Erklären und das Anhalten, wenn etwas unsicher wird. Die ausführende Technik gehört in die Einweisung.

Benutzen Sie nur Hilfsmittel, die Sie kennen und die geprüft sind. Ein Pflegehilfsmittel hilft nur, wenn es zum Körper und zum Weg passt. Wenn Sie ein Hilfsmittel noch nie genutzt haben oder seine Handhabung nicht sicher beherrschen, dann gehört das in die Erprobung mit einer Fachperson. Was Sie vor der Anschaffung klären sollten, steht in einem eigenen Ratgeber.

Nach dem Umsetzen

Sitzt oder steht die Person, prüfen Sie die Sitzposition und ob Klingel, Wasser und Telefon in Reichweite sind. Beobachten Sie kurz, wie es ihr geht, und notieren Sie mit Datum, was Sie beobachtet haben.

Wenn die Person unsicher wirkt oder Sie sich nicht sicher fühlen, dann lassen Sie sie nicht allein und holen Sie Rat.

Auch eine gute Bewegung verändert manchmal den Ton über den Tag. Die Notiz mit Datum hilft Ihnen, über Wochen zu sehen, wie sich die Situation entwickelt, statt sich auf eine einzelne Beobachtung zu verlassen.

Der nächste machbare Schritt ist ein kürzerer Weg: Gehen Sie den Weg von Bett und Sitzplatz zur Toilette einmal bei Tageslicht und einmal bei Dunkelheit ab. Was im Weg liegt, notieren Sie für die Checkliste sicheren Weg zu Hause. Dort finden Sie auch, welche Punkte Sie mit einer Fachperson besprechen sollten.

Zum Mitnehmen: die Checkliste

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Angaben zur Situation

Diese Liste ist eine Umweltprüfung, keine Diagnose. Bei wiederholten Stürzen, Ohnmacht oder neuer Gangunsicherheit fragen Sie die ärztliche oder pflegefachliche Stelle.

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